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Vor fast zwei Jahren haben die gewerblich-technische Hubert-Sternberg-Schule und die kaufmännische Johann-Philipp-Bronner-Schule in Wiesloch als Pilotschulen begonnen, die Prozesse der Lernfabrik 4,0 nicht nur im technischen Bereich, sondern auch im kaufmännischen Bereich über verschiedene berufliche Schulen hinweg zu vernetzen. Das geschah mit der neuartigen und speziell für derartige Aufgaben entwickelten Unterrichtssoftware SAP4school IUS.

Durch die Anbindung von Integrierten Unterrichtssystem (IUS) an eine Lernfabrik kann im Unterricht beruflicher Schulen die gesamte Wertschöpfungskette moderner Unternehmen praxisnah abgebildet werden. Wie in der Industrie entsteht dadurch eine Verzahnung von gewerblichen und kaufmännischen Ausbildungsgängen, und die Prozesse enden nicht virtuell, sondern werden zu realen Produktionsaufträgen in einer Lernfabrik.

Auf der einen Seite des Prozesses stehen in der automatisierten Lernfabrik Industrie 4.0 die Materialbeschaffung, Konfiguration und Produktion eines individuellen Kundenauftrags. Bestellt wird ein GPS-Radcomputer, für den verschiedene Ausführungen nach individuellen Wünschen konfigurierbar sind. Auf der kaufmännischen Seite wird die Auftragsbearbeitung vom Auftragseingang bis zur Rechnungsstellung realitätsnah geübt. Die Schnittstelle zwischen beiden Bereichen bildet SAP4School, das eine sehr realitätsnahe Version des in der Wirtschaft gängigen SAP-Programms ist.

Mit dieser Zusammenarbeit gelingt es, bei den Auszubildenden beider Schulen sowohl berufstypische Vorgänge einzuüben als auch das gegenseitige Verständnis für die Prozessabläufe des jeweils anderen zu fördern.

Als Pilotschulen für die fächerübergreifende Vernetzung von Schulen im beruflichen Lernumfeld demonstrieren Auszubildende beider Berufsschulen zusammen mit den Lehrkräften Katrin Wellenreuther (HSS) und Christian Manz (JPB) den Einsatz von SAP4School IUS auf der Virtuellen Didacta am 10. Mai um 15:15 Uhr. Gemeinsam mit den Auszubildenden stellen sie einem interessierten Publikum ihre Unterrichtsmodule in einem 20minütigen Video vor und erläutern auf Basis einer Schnittstelle zwischen SAP ERP und einer virtuellen Festo Didactic CP Factory (CIROS) den Auftragseingang, die Produktion und die Auslieferung eines konfigurierbaren GPS-Radcomputers, der als Endprodukt der Lernfabrik Industrie 4.0 hergestellt wird. Im Anschluss an die Präsentation stehen Frau Wellenreuther, Herr Manz und Herr Mauch (ZSL) für Fragen zur Verfügung.

Erstellt am 04.05.2021 von Barbara Hilber, Kategorie(n): Uncategorized


Das Projekt Agil-Drive NewMotivation ist ein interdisziplinäres Projekt für Auszubildende aus verschiedenen Berufen. Mehr Informationen gibt es hier: https://agildrive.de/projekt/

 

Die Hubert-Sternberg-Schule Wiesloch präsentiert auf der diesjährigen (digitalen) HannoverMesse ein neues Unterrichtskonzept: AgilDrive. Der Verein NewAutomation e. V., getragen vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, hat das interdisziplinäre Konzept zum bundesweiten Leuchtturmprojekt ernannt und ausgezeichnet. Als berufliche Schule darf die HSS besonders stolz darauf sein, diesen Preis entgegen nehmen zu dürfen, denn in er Regel wird er vorwiegend an Forschungsgruppen von Universitäten und Hochschulen verliehen.

Die HSS trainiert im AgilDrive-Projekt über drei Ausbildungsjahre systematisch in drei Berufen das agile und interdisziplinäre Arbeiten, das in der Industrie 4.0 gefordert ist. Es geht um einen Getriebemotor, seine interaktive Inbetriebnahme, die vorausschauende Wartung durch intelligente Sensorik. Dafür müssen Industriemechaniker, Elektroniker und Fachinformatiker zusammenarbeiten.

In dem fiktiven Unternehmen AgilDrive NewMotivation wird ein Webauftritt entwickelt, um einen Drehstrommotor interaktiv in Betrieb zu nehmen, mithilfe intelligenter Sensorik vorausschauend zu warten und seinen Zustand zu überwachen. Das Konzept soll die Vernetzung auf allen Ebenen im Industriewerk exemplarisch abbilden und nutzt einen interdisziplinären und problembasierten Ansatz, der in agile Unterrichtsformen und Methoden implementiert ist. Die übergeordnete Problemstellung wird in einzelne Lernsituationen für drei Berufe aufgeteilt und im Laufe des Schuljahres erarbeitet.

In gemeinsamen Teamsitzungen zwischen Fachinformatikern, Industriemechanikern und Elektronikern werden die Schüler aufgefordert, eigenes Fachwissen einem fachfremden Kollegen nahe zu bringen und gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten. Um das gestellte Problem zu lösen, benötigen sie die Fachkompetenz ihrer Kolleg*innen aus der anderen Abteilung. Dabei werden mehrere gemeinsame Austauschsitzungen koordiniert.

Der große Unterschied besteht zunächst in der Art und Weise, wie Schüler*innen im Projekt lernen. Im „normalen“ Unterricht erhalten sie Lernaufträge vorgegeben durch die Lehrkraft. Im AgilDrive-NewMotivation-Projekt entstehen die Fragen und Probleme automatisch und werden von den Schüler*innen selbst gestellt. Diese Fragen müssen sie dann im eigenen oder interdisziplinären Team gemeinsam beantworten. Das Projekt setzt auf Eigeninitiative und selbstgesteuertes Lernen. Auch strukturell unterschiedet sich der Unterricht am Projekt stark vom normalen Unterrichtsalltag: Für die Projektphasen werden statt Unterrichtsstunden Arbeitsphasen zur Verfügung gestellt, die auch über eine Unterrichtsstunde hinausgehen. In interdisziplinären Sitzungen werden die SchülerInnen von mehreren Lehrkräften aus unterschiedlichen Fachbereichen betreut.

Um die Schüler auf einen interdisziplinären Austausch vorzubereiten, werden zusätzlich Trainingseinheiten für Kommunikation und Kollaboration in Deutschstunden durchgeführt, außerdem Workshops für agile Arbeitsformen im Unternehmen. Im Fachunterricht werden die thematischen Schwerpunkte in Expertengruppen erarbeitet und vertieft. Anschließend wird das Ergebnis präsentiert und mit Kollegen reflektiert. Auf die Corona-Beschränkungen antwortet die Projektgruppe durch Schüler-Schüler-Kommunikation über Videokonferenzen und ein Miteinander auf Sicherheitsabstand.

Das Projekt wird unterstützt von großen Betrieben unserer Region: SAP, SEW-eurodrive, Heidelberger Druckmaschinen, Pepperl+Fuchs und andere mehr, und wissenschaftlich begleitet von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.

Auf der Digitalen HannoverMesse vom 12. – 16. April stellten Schüler und Lehrkräfte in Live-Sendungen mit Messebesuchern aus dem “Messestand” an der Schule das Projekt und ihre Arbeit daran vor. Videos begleiteten den Messeauftritt. Die Preis-Übergabe für das ausgezeichnete AgilDrive NewMotivation Projekt mit Landrat, Firmenvorständen, IHK-Präsident und dem Vorstand von NewAutomation e. V. wird voraussichtlich im Juni stattfinden.

Erstellt am von Barbara Hilber, Kategorie(n): Uncategorized