An den Schulen stellte sich in den letzten Monaten oft die Frage: „Muss das Klassenzimmer wieder gelüftet werden, oder ist die Luftqualität noch hoch genug?“ Eine sogenannte CO2-Ampel kann Schülern und Lehrkräften anzeigen, wann es dringend geboten ist, die Fenster zu öffnen und Sauerstoff ins Zimmer zu lassen.

Die Schüler des Zweijährigen Berufskollegs für Informations- und Kommunikationstechnik (2BKI2) bauen in einem fachbereichsübergreifenden Projekt unter der Anleitung von Frau Loff (Software) und Herrn Benz (Elektrotechnik / Hardware) eine Lösung für das Internet der Dinge (IoT). Ihre selbst gebauten Luftqualitäts-Messtationen zeigen die im Klassenzimmer gemessenen Werte für alle sichtbar an. Zusätzlich werten die Schüler die von den CO2-Ampeln über WLAN gesammelten Daten zentral aus und schlagen Verbesserungen vor, deren Wirkung (sofern finanziell gleich umsetzbar) dann wiederum gemessen werden soll.

Ein Projekt wie gemacht für das BKI

Dieses Projekt ist geradezu prädestiniert für den Unterricht im Berufskolleg für Informations- und Kommunikationstechnik, denn viele Lerninhalte aus dem Lehrplan können dort abgebildet werden. Die BKI-Schüler*innen lernen nicht nur, Schaltungspläne zu entflechten und dann in bestückten Platinen umzusetzen. Sie programmieren auch die Bausteine und vernetzen die einzelnen Messstationen mit Hilfe der Konfiguration der WLAN-Anbindungen.

Die Luftqualitätsstationen messen indirekt über den CO2-Gehalt (eCO2) die Aerosol-Konzentration im Raum, in denen sich die Corona-Viren verbreiten sollen. Diese Messmethode wird von Wissenschaftlern empfohlen, die auch einen für die Corona-Prävention zu unterschreitenden Grenzwert von 1000ppm empfehlen. Darüber hinaus wird die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und ein Gesamtwert für Schadstoffe in der Luft gemessen (eVOC).

Die Schule erhofft sich von dem Projekt neben der umfassenden Lernerfahrung für die beteiligten Schüler eine Optimierung der Belüftungsmaßnahmen, um das Risiko eines Corona-Ausbruchs an der Schule zu verringern. Derzeit sind erste Prototypen der Messstationen im Einsatz, mit denen erste Erfahrungen gesammelt werden.

„Wir hatten schon Tage, an denen die Schüler*innen und Lehrkräfte mit dicken Jacken im Klassenraum saßen, da die Lüftungsvorgaben die häufige und leider auskühlende Lüftung vorschrieben“, so der Schulleiter Herr Heeger. Für den Winter sollen die Maßnahmen daher optimiert werden. Bei Präsentation entsprechender Messwerte könnte der Schulträger hoffentlich langfristig überzeugt werden, empfohlene bauliche Maßnahmen (z.B. automatische Lüftungen/Fensteröffner, Lüftungsanlagen, Zusammenlegen von Räumen…) zumindest in besonders gefährdeten Räumen umzusetzen. Dies würde auch außerhalb einer Pandemiezeit zu einem besseren Lernklima führen.

Erstellt am 22.11.2020 von Barbara Hilber, Kategorie(n): Uncategorized