Wiesloch. (BeSt) Mit einem großen Festakt hat die Hubert-Sternberg-Schule ihren bisherigen Schulleiter Jürgen Becker in den Ruhestand verabschiedet. Knapp 200 Gäste aus allen Bereichen der gewerblichen Bildung kamen hierzu in der Aula des Berufsschulzentrums zusammen.

Der stellvertretende Schulleiter Studiendirektor Ulrich Reichert hieß die zahlreichen Gäste und Würdenträger herzlich willkommen, unter ihnen Oberbürgermeister Dirk Elkemann, Landrat Stefan Dallinger und die Abteilungspräsidentin des Regierungspräsidiums Karlsruhe Anja Bauer.

Der bisherige Schulleiter der Gewerbeschule Jürgen Becker absolvierte 1984 die erste Staatsprüfung für das höhere Lehramt und absolvierte danach das Referendariat an der Carl-Benz-Schule und der Heinrich-Lanz-Schule in Mannheim, welches er 1986 mit dem zweiten Staatsexamen abschloss. Seitdem ist er als Lehrer in Wiesloch an der Sternberg-Schule tätig. Nach der Verbeamtung auf Lebenszeit 1988 folgte 1997 die Beförderung zum Oberstudienrat. 2001 wurde er zum Abteilungsleiter zur Koordinierung schulfachlicher Aufgaben an der Schule bestellt, womit die Beförderung zum Studiendirektor einherging. Nach dem 25-jährigen Dienstjubiläum 2006 wurde Becker am 1. August 2008 Schulleiter und Oberstudiendirektor.

In ihrer Laudatio bezeichnete Abteilungspräsidentin Anja Bauer den scheidenden Schulleiter als eine allseits beliebte und geschätzte Person, der sich seit 32 Jahren mit seiner Schule verbunden fühle, wovon er zehn Jahre als Schulleiter agierte. Seine berufliche Laufbahn sei nach dem erfolgreichen Abschluss einer gewerblichen Ausbildung ein Musterbeispiel für den Erfolg des klassischen zweiten Bildungsweges. An der Wieslocher Schule habe er rasch neue Aufgaben gefunden, welche die Personalakte schnell füllten: Schulnetz, Multi-Media-Berater, Homepage-Aufbau, Personalrat, Mitglied der Schulkonferenz, Schulentwickler, Einführung des Wieslocher Modells, Modellversuche, Lernortkooperator, Fachleiter und schließlich als Schulleiter Industrieentwickler und Mitbegründer der Lernfabrik Industrie 4.0, wozu die Hubert-Sternberg-Schule zur landkreisweiten Leitzentrale ausgebaut wurde. „Was Sie in ihrem Lebenswerk geschaffen haben, wird bleiben!“, rief die Abteilungspräsidentin Jürgen Becker zu.
Zugleich versicherte sie, dass der bisherige Schulleiter auch im neuen Schuljahr nicht ganz ohne die Schule könne: Er sei nun Vorsitzender des Schulfördervereins, gebe weiterhin Schweißkurse und bleibe Pate für das Kooperationsprojekt mit der „Jiangsu Taicang Vocational Education Center“, einer Berufsschule im chinesischen Taicang.
Am Ende ihrer Laudatio überreichte Anja Bauer die Urkunde von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, welche Jürgen Becker mit Ablauf des Monats Juli in den Ruhestand versetzt.

Danach oblag es der Abteilungspräsidentin den bisherigen Abteilungsleiter zur Koordinierung schulfachlicher Aufgaben der Hubert-Sternberg-Schule, Herrn Studiendirektor Klaus Heeger, zum 1. August mit Urkunde von Kultusministerien Susanne Eisenmann zum neuen Schulleiter zu ernennen. Anja Bauer zeigte sich dabei sehr erfreut, dass somit ein sofortiger und reibungsloser Übergang der Schulleiterbesetzung erfolgte, anders als an vielen anderen Schulen in Deutschland (eine Vorstellung des neuen Schulleiters entnehmen Sie dem nebenstehenden Bericht "Klaus Heeger wird neuer Schulleiter an der Hubert-Sternberg-Schule").

Der zukünftige Schulleiter Klaus Heeger dankte in seiner Ansprache dem Ehepaar Becker für die jahrelange gute Zusammenarbeit: „Wir waren oft eines Geistes Kind!“, weshalb die Zusammenarbeit in den letzten Jahren sich bereits als äußert fruchtbar erwiesen habe. Mit dem bildhaften Vergleich zweier unterschiedlich großer Sportschuhe machte Heeger jedoch auch deutlich, dass für ihn alleine kaum möglich sei, in die großen Fußstapfen seines Vorgängers treten zu können. Aus diesen Grund rief er alle am Schulprozess beteiligten Personen und Institutionen auf, ihn bei seinem neuen Amt zu begleiten und zu unterstützen. Ein besonderes Augenmerk legte er dabei auch die Zusammenarbeit im Berufsschulzentrum Wiesloch und der beruflichen Schulen im Rhein-Neckar-Kreis.

Landrat Stefan Dallinger gratulierte zunächst Klaus Heeger zu seinem neuen Amt und versicherte, dass der Rhein-Neckar-Kreis weiterhin fest an der Seite seiner Schulen und Schulleiter stehe. In diesem Sommer würden an den Kreisschulen sechs neue Schulleiter eingesetzt werden, es freue ihn besonderes, dass für jede Stelle qualifizierte Bewerber sofort gefunden wurden und dies beweise die große Leistungsfähigkeit der beruflichen Schulen im Landkreis. Diese große Leistungsfähigkeit hänge in besonderem Maße mit dem Engagement der Schulleiter zusammen, diese könnten mehr leisten als jenes, was Politik und Verwaltung zu leisten vermögen könnten.
Dass Jürgen Becker eine solche Persönlichkeit und ein solcher Netzwerker gewesen sei verrate der Blick ins Publikum, so der Landrat, dabei werde deutlich, wie eng die Schule mit den dualen Partnern der Berufsbildung verknüpft sei. Das Ziel des Rhein-Neckar-Kreises, bis 2020 eine digitale Lernumgebung an allen Kreis-Schulen zu etablieren beinhalte neben dem 1,5-Million-Euro-Projekt „Industrie 4.0“ den Breitband- und WLAN-Ausbau an den Schulen. Zudem seien am TG Wiesloch seit letztem Jahr die Eingangsklassen mit Tabletts ausgestattet worden.
Dieses Zusammenwirken an der Sternberg-Schule sei Beckers Verdienst und habe ein großes Resümee erfahren. So hätten sich Vertreter der SAP SE ebenso interessiert gezeigt wie der chinesische Generalkonsul oder viele Klein- und Mittelständische Unternehmen. Seit 2011 bestünde zudem die Schulpartenschaft mit der Berufsschule im chinesischen Taicang, die einen Lehrer- und Schüler-Austausch beinhaltet. Diese Schulpartnerschaft solle nun eine kommunale Partnerschaft der Stadt Wiesloch folgen, so der Landrat.
Für sein besonderes Engagement zum Wohle und dem exzellenten Ruf der Hubert-Sternberg-Schule verlieh Landrat Stefan Dallinger die silberne Ehrenmedaille des Rhein-Neckar-Kreises an Jürgen Becker.

Mit einem Film verabschiedete sich das Kollegium und alle an der Schule Tätigen von ihrem bisherigen Schulleiter, dabei wurde das breite Bildungsangebot und das Zusammenwirken von so vielen am Bildungsprozess Beteiligter mehr als deutlich. Letztlich überreichte der Schulroboter aus der Lernfabrik 4.0 Jürgen Becker das Abschiedsgeschenk des Kollegiums: Ein selbst gemachtes Bilder-Memory zum Erlernen chinesischer Wörter. Am Flügel fand immer wieder Roman Fritsch mit seiner musikalischen Umrahmung die stets passenden Klänge und Melodien.

„Wenn ein ehemaliger Schüler zu einem Kollegen an der eigenen Schule geworden ist, dann hat man ein besonderes Highlight erreicht und dies durfte ich erleben!“, freute sich Jürgen Becker zu Beginn seiner abschließenden Worte. Sein schönes und interessantes Berufsleben gehe nach über 20.000 Unterrichtsstunden für ihn nun zu Ende. Dabei habe er es nie bereut, Lehrer zu sein, die Vielschichtigkeit des beruflichen Schulwesens sei eine besondere Herausforderung gewesen, die er gerne angenommen habe. Als Schüler habe er hier solch positive Erfahrungen gemacht, dass es ihn einst motiviert habe, selbst Lehrer zu werden. Nachdem er das HSS-Zepter an Klaus Heeger übergeben hatte, blickte er mit einem besonderen Dank auf seine Frau, das Sekretariat, die Abteilungsleiter, die Schulleiter im Wieslocher Berufsschulzentrum sowie die Pensionäre und Lehrerkollegen, die ihm den Weg in vielen Bereichen erst geebnet hätten und die Hubert-Sternberg-Schule erst zu dem Besonderen gemacht hätten, was sie heute sei.

Bericht aus der RNZ vom 15.07.2018

Erstellt am 25.07.2018 von Holger Ruhl, Kategorie(n): Uncategorized